Malerei
HOGU UNSICHTBAR:
Anfang der 70er Jahre liess sich A. J. vom herrschenden Zeitgeist progressiver Beschleunigung dazu inspirieren ein Stück weit gegen den Strom zu schwimmen – und die Langsamkeit zu kultivieren.
Bei der Suche nach Farbklängen für Illustrationen komponierte er anfallende Farbmuster jeweils auf spezielle Bätter, die in grosser Langsamkeit während über drei Jahrzehnten zu differenzierten Farbklangsammelsurien heranwuchsen.
2003 verdichtete er diese zu den Bildern Verirrmichstadt, Singender Mann, Grashauswald, Kolibrimond, Rabengeist, Schichtingen und Shanti Om Zürich.
Bislang waren seine Bilder Fenster zu Welten die man „aus Lesedistanz“ erkunden konnte und nicht dazu bestimmt von Wänden auf Räume zu wirken.
2004 begann er die miniaturhaften, in seiner ureigenen sehr aufwändigen „Microtrockenlasurtechnik“ gemalten Bilder ganz oder Ausschnittweise digital zu vergrössern und mit hochlichtechtem Pigmentdruck auf Papier oder Leinwand zu reproduzieren (Ebene2).
Nun konnte er das neu dimensionierte Bild in verschiedene Richtungen zeichnend und malend vertiefen, verwandeln und weiter entwickeln (Ebene3). Zuweilen reproduzierte er das neue E3-Unikat wiederum vergrössert (Ebene4) um es manuell weiter zu vertiefen (Ebene 5), …
Ausgehend von den über grosse Zeiträume organisch gewachsenen „Mutterbildern“ begannen sich Bildgenerationen und verzweigte Stammbäume zu bilden. Bis hin zu den Initialzündungen „uralter“ Illustrationen bleibt so in schwindendem Mass durchscheinend, Vergangenheit in der Zukunft gegenwärtig.
Früher begann A. J. Illustrationen zeichnend – mit der Suche nach Linie und Form ... die Farbe kam hinzu.
Mitte der 8oer Jahre drehte er mit dem Bild HANDBAUM den Prozess um – begann mit der Farbe, arbeitete zunächst flächig mit grobem Werkzeug und definierte Konturen nach und nach.
Der HANDBAUM wandelte sich zum AUGENBAUM und auf dem Augenbaum erschien unverhofft ein namenloser Kopffüssler. Ehefrau Verena taufte ihn HERR UNSICHTBAR. Von nun an tauchte HERR UNSICHTBAR in seinen Bildern auf, und erkor sich diese zu seinem Lebensraum.
Als A. J. in seinem Atelier für einen Dokumentarfilm interviewt wurde, versuchte er seine Angst vor der Kamera zu bannen, indem er der Kamera einen Namen gab. Er taufte sie HUGO. Nach dem Frontalinterview wurde er malend über die Schulter gefilmt … und während dieser Filmerei manifestierte sich auf der Leinwand: HERR UNSICHTBAR UND SEINE ANGST VOR DER KAMERA.
Seitdem hat Herr Unsichtbar auch einen Vornamen: HOGU ... Hogu Unsichtbar.